Furiose zweite Hälfte bringt HTV-Fans in Stimmung
Nach der Schlusssirene standen die Zuschauer noch minutenlang auf der Tribüne und applaudierten unserer Mannschaft, die mit einem ganz starken Auftritt nach der Pause eine fast schon verloren geglaubte Partie aus dem Feuer riss. Wenn man mit Fug und Recht von einem Spiel mit zwei Halbzeiten sprechen kann, dann traf es auf dieses Duell mit dem Soester TV zu. Denn vor der Pause lief beim HTV so gut wie gar nichts nach Plan, nach dem Wechsel gelang dann beinahe alles.
Wann hat es zuletzt ein Spiel unserer Ersten im Grohe-Forum gegeben, in dem in den ersten 30 Minuten nur sechs Feldtore gelangen? Nach zähem Beginn führte das Team nach 16 Minuten mit 6:5, und schon bis dahin wurden viele klare Möglichkeiten ausgelassen. Doch es kam noch schlimmer: Zehn Minuten lang gelang kein Treffer, dafür gab es schlechte Abschlüsse aus guter Position, oder aber der starke Soester Keeper Muhr war zur Stelle. Die Konsequenz: Der Gast führte mit fünf Treffern (6:11, 24.), und bis zur Pause (8:12) entspannte sich die Situation nicht nennenswert. Nur gut, dass sich unser Keeper Dominik Bock in ausgezeichneter Form präsentierte, denn ohne seine Paraden wäre die Partie ansonsten schon bei Halbzeit entschieden gewesen. Zu allem Überfluss handelte sich Jakob Ellert auch noch die rote Karte nach Foul an Mick ein (19.), was selbst Soests Trainer Rene Wolff für überzogen hielt. Aber die Schiedsrichter waren an diesem Abend ohnehin groß darin, nicht nachvollziehbare Zeitstrafen zu verhängen.
Dem HTV drohte jedenfalls die zweite Heimpleite gegen einen Neuling, und die ersten Minuten nach Wiederbeginn verhießen noch keine Besserung. Erst nach dem 9:14 (32.) arbeitete sich unsere Mannschaft allmählich aus dem Tief. Sie profitierte von ihrer Überzahl, traf endlich auch von Außen und war beim 14:15 (37.) erstmals wieder dran. Und als der neben Bock überragende Moritz Eigenbrodt beim 17:16 (41.) für die erste HTV-Führung seit der Anfangsphase sorgte, kamen die Zuschauer immer mehr in Fahrt. Sie feuerten ihre Mannschaft an, begleiteten Soester Aktionen mit Pfiffen, und weil die Schiedsrichter, die wirklich jeden Schweißtropfen vom Boden entfernen ließen und unsere Wischer zum Dauereinsatz zwangen, regelmäßig Grund zur Aufregung lieferten, war richtig etwas los in der Halle. Die Entscheidung fiel in den letzten zehn Minuten. Soest hatte mit dem 21:22 noch einmal vorgelegt, traf dann aber über fünf Minuten lang nicht mehr, während der HTV gegen einen abbauenden Gast mächtig aufdrehte. Jetzt saßen die Würfe, jetzt klappten die Anspiele an den Kreis, und mit entschlossenem Ballgewinn wurden erfolgreiche Tempogegenstöße eingeleitet. Beim 28:22 (55.) war fast schon alles klar, wirklich gefährlich wurden die Soester nicht mehr. "Nach einer schlechten ersten Halbzeit hat die Mannschaft wirklich Charakter gezeigt, sie hat mit hoher Intensität gespielt und verdient gewonnen", lobte Trainer Bosko Bjelanovic.
HTV: Dominik Bock, Max Müller, Timo Grothe; Frederik Steppeler, Luca Jünger (5), Moritz Eigenbrodt (11/3), Jonas Brieden, Ruben Selle (4), Moritz Frenzel (4), Joel Jünger, Florian Stracke, Jakob Ellert, Elias Lübbering, Yannis Spiekermann (2), Ole Selle, Leon Schulte.
"Nach einer schlechten ersten Hälfte hat die Mannschaft Charakter gezeigt."
Vielen Dank für die Fotos an Lothar Gudat:

